Der Biathlet

Die Garage

Letzten Winter an Heiligabend, mit Jacken und Mützen, weil die Heiztonne nicht reicht, außer du lehnst mit dem Arsch dagegen, die Wärme wird ja durch den Arsch am besten im Körper distribuiert, kommt der stumme Suzi von draußen rein, grinst, es gibt was zu sehen, kommt mal mit. Die Garage hinterher. Zeigt der Suzi zum Horizont hinter der Platte. Ja, und da war ein Skifahrer, also ein Skilangfahrer, ist er langsam über die weißen Felder geglitten, selber ganz in schwarz, und wenn du genau hingeguckt hast, konntest du das Gewehr sehen an seinem Rücken. Eine Kippe lang hat es gedauert, bis er aus unserem Blick weg war, und dann sind alle wieder rein, und drinnen ist dir dann aufgefallen, keiner hatte während der ganzen Sache auch nur ein Wort gesagt. Jetzt erst der Ulli:

„Ein Biathlet. Mensch.“

Wir haben überlegt, wer das sein könnte und wo er her kam und auf was er unterwegs schießen würde, und irgendwann hat Ulli noch mal gesagt, „Ein Biathlet. Mensch“, und das war es dann auch gewesen, und die Garage hat nach Glühwein und Zimt gerochen, obwohl Ulli nie Zimt reintut in den Glühwein.

2 thoughts on “Der Biathlet

  1. Jetzt haben wir den Salat!
    Ich bin geradezu süchtig nach den Geschichten aus der Uckermark. (Vielleicht zehnmal schon gehört und immer noch nicht satt!)
    Und jetzt finde ich da das Ausgelassene, Weggelassene, aber doch Hervorragende, das keinen Eingang gefunden hat in das Buch. Das ist so köstlich wie Dotter!!!
    Wunderbar!
    Vielen Dank an einen genialen Erzähler!
    LinLin

    • Das freut mich! Jetzt muss ich nur versuchen, Zeit zu finden, das Dorf weiter am Leben zu lassen.

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