Der Kunstpfeifer

1664 ward Gertrud Wandorff aus Fürstenfelde zur Hochzeit mit einem Tuchmacher in Prenzlow gegen ihren Willen bestimmet und ließ denselben nach der Trauung entgelten, indem sie ihm den Tanz versagte. Nachtens aber hat sie ihn zum Knechte auf dem Flure verbannt, der Mann hette ihr gar zu unreümisch gelegen. Es hat sich aber herausgestellt, daß sie lengst einen Kunstpfeifergesellen alß Liebhaber genommen, der sie zur Nacht besuchet. Die Nachbarn warnten den Betrogenen. Der ertappte mit einigen Zeugen die beiden auf frischer Tath. Der Kunstpfeifer floh ohne Hut und Degen. Die Ehebrecherin aber wurde in die Steinbude in Prenzlow gesperrt und hernach mit Staupschlägen für 15 Jahre des Landes verwiesen.

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